7. Folge Vom Wissen zur Weisheit

Shownotes

Geduld. Mut. Wahrhaftigkeit. Gerechtigkeit. Mitgefühl. Demut. Verantwortung.
Wir können all diese Begriffe erklären.
Aber können wir sie auch leben?
Diese Folge fragt, was geistige Eigenschaften eigentlich sind und wie sie sich entwickeln. Dabei zeigt sich etwas Entscheidendes: Eigenschaften stehen nicht einfach nebeneinander. Sie brauchen einander.
Mitgefühl braucht manchmal Mut.
Wahrhaftigkeit braucht Rücksicht und Urteilskraft.
Geduld darf nicht zum Hinnehmen von Ungerechtigkeit werden.
Und Wissen braucht Demut – auch die Fähigkeit zu sagen:
„Vielleicht irre ich mich.“
Geistige Eigenschaften lassen sich nicht einfach auswendig lernen. Sie entwickeln sich durch Erfahrung, Beziehung, Vorbilder, Entscheidungen und immer neue Übung.
Leitfrage:
Was nützt uns großes Wissen, wenn unserem Handeln die menschliche Orientierung fehlt?

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00:00:00: Herzlich Willkommen zur Podcastreihe von Wissen zur Weisheit.

00:00:05: Heute haben wir die siemte Folge Geistige Eigenschaften, wenn Wissen Charakter braucht.

00:00:14: In den letzten Folgen haben wir eine entscheidende Grenze des Wissens erreicht.

00:00:20: Wir können wissen was rechtlich wäre?

00:00:23: Wir können es verstanden haben und sogar vollkommen davon überzeugt sein Und trotzdem handeln wir manchmal anders.

00:00:34: Wir haben gesehen, zwischen Erkenntnis und Handlung liegt eine Entscheidung – und diese Entscheidung wird nicht allein von unserem Wissen bestimmt!

00:00:49: Sie hängt auch damit zusammen was für ein Mensch wir geworden sind.

00:00:54: Damit kommen wir heute zu einem Begriff den wir in den vergangenen Folgen immer wieder berührt, aber noch nicht genauer betrachtet haben geistige Eigenschaften.

00:01:09: Damit meine ich Eigenschaft wie Geduld und Verhaftigkeit, Gerechtigkeit und Mut mit Gefühl, Gemut, Verantwortungsbewusstsein oder Zuverlässigkeit.

00:01:26: Was sind solche Eigenschafte eigentlich?

00:01:31: Sind sie uns angeboren?

00:01:34: Kann man sie lernen und üben?

00:01:38: Und vor allem, was haben Sie mit Wissen und Bildung zu tun?

00:01:43: Vielleicht viel mehr als wir zunächst vermuten.

00:01:49: Wenn wir von geistigen Eigenschaften sprechen, meinen wir keine Informationen!

00:01:55: Ich kann wissen, was Geduld bedeutet.

00:01:59: Aber dieses Wissen macht mich noch nicht geduldig... ich kann Gerechtigkeit definieren Aber deshalb handele ich noch nicht gerecht, und ich kann ein Vortrag über Mitgefühl halten.

00:02:15: Ob ich wirklich mitfühlen bin zeigt sich jedoch erst in der Begegnung mit einem anderen Menschen.

00:02:23: Eine geistige Eigenschaft ist deshalb nicht etwas das ich lediglich weiß – sie zeigt sich daran wie ich wahrnehme, entscheide und

00:02:36: handle.".

00:02:38: Vielleicht können wir es so formulieren.

00:02:41: Wissen kann ich beschreiben, eine Eigenschaft muss sich leben und damit stehen geistige Eigenschaften genau an der Stelle die uns in dieser Podcast-Reihe interessiert zwischen Erkenntnis und Handlung.

00:03:01: Schon kleine Kinder sind verschieden.

00:03:04: das Eine ist von Natur aus zurückhaltend Ein anderes Stürmischer.

00:03:12: Manche Kinder reagieren sehr empfindlich, andere gehen unbekümmert auf Menschen und neue Situationen zu.

00:03:22: aber bedeutet das dass unser Charakter von Geburt an fest steht?

00:03:28: Offensichtlich nicht!

00:03:31: Wir entwickeln uns.

00:03:33: Unsere Familien und unsere Beziehungen bringen uns ebenso wie Vorbilder Erziehung und Schule.

00:03:43: Erfolge hinterlassen Spuren, aber auch Fehler und schwierige Erfahrungen – und nicht zuletzt entwickeln wir uns durch unsere eigenen Entscheidungen!

00:03:57: Vielleicht sollten wir deshalb zwischen Temperament und Charakter unterscheiden?

00:04:03: Unser Temperament bringt bestimmte Voraussetzung mit Aber unser Charakter entwickelt sich ein Leben lang.

00:04:14: Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn sie bedeutet Wir sind unseren Eigenschaften nicht einfach ausgeliefert!

00:04:24: wir können an ihnen arbeiten.

00:04:27: Nehmen wir Geduld.

00:04:30: Wie wird ein Mensch geduldiger?

00:04:32: Wahrscheinlich nicht dadurch dass er morgens hundertmal sagt Ich bin geduldig, ich bin gedouldig.

00:04:39: Geduld braucht Situation, in denen sie tatsächlich erforderlich ist.

00:04:46: Wir warten?

00:04:47: Etwas funktioniert nicht!

00:04:50: Ein Mensch versteht uns nicht – ein Kind fragt zum zehnten Mal dasselbe und plötzlich spüren wir wie Ungeduld in uns aufsteigt.

00:05:02: Genau jetzt beginnt die Übung.

00:05:05: Kann ich einen Augenblick warten?

00:05:08: Kann ich meine erste Reaktion

00:05:10: zurückhalten?".

00:05:12: Kann ich vielleicht sogar versuchen zu verstehen, warum der andere so handelt?

00:05:18: Heute gelingt es möglicherweise nicht.

00:05:21: Morgen vielleicht ein wenig besser und irgendwann stellen wir fest – etwas hat sich verändert!

00:05:29: Was zunächst große Anstrengung verlangte, fällt uns leichter.

00:05:35: Einzelne Handlungen beginnen zur Heitung zu werden.

00:05:41: Eigenschaften wachsen Durch Anwendung.

00:05:45: Auch Mut ist ein gutes Beispiel.

00:05:49: Bei mutigen Menschen denken wir manchmal an jemanden, der keine Angst hat Aber vielleicht ist das gerade nicht Mut.

00:05:59: Wenn ich überhaupt keine Angst empfinde brauche ich möglicherweise auch kein Mut.

00:06:05: Mut zeigt sich eher dort wo ich Angst oder Unsicherheit wahrnehme und trotzdem Handle weil ich etwas für richtig halte.

00:06:16: Erinnern wir uns an das Beispiel aus Folge sechs, ein Jugendlicher sieht wie ein anderer ausgelacht wird – er erkennt dass es nicht richtig!

00:06:27: Vielleicht empfindet er sogar Mitgefühl aber wenn er eingreift könnte er selbst zum Ziel werden.

00:06:36: Jetzt braucht sein Mitleid Unterstützung Es braucht Mut Und damit erkennen wir etwas Entscheidendes.

00:06:44: Geistige Eigenschaften stehen nicht isoliert nebeneinander, sie brauchen

00:06:50: einander.".

00:06:52: Ein Mensch kann sehr mitführend sein!

00:06:56: Er sieht das Leid eines anderen und spürt, dass dort etwas Falsches geschieht – und trotzdem schweigt er vielleicht aus Angst?

00:07:05: Vielleicht auch weil alle anderen ebenfalls

00:07:08: schweigen?!

00:07:10: Sein Mitgefühl ist vorhanden… aber er findet keinen Weg in die Handlung.

00:07:17: Jetzt braucht Mitgefühl Mut!

00:07:21: Andersherum gilt es allerdings ebenso, Mut ohne Mitgefühl kann problematisch werden – ein Mensch kann äußerst mutig sein und trotzdem rücksichtslos handeln.

00:07:35: Mut allein sagt noch nichts darüber aus, wofür er eingesetzt

00:07:40: wird.".

00:07:42: Damit kommen wir zu einem wichtigen Grundgedanken.

00:07:46: Eine einzelne positive Eigenschaft genügt nicht, Charakter entsteht im Zusammenspiel verschiedener Eigenschaften.

00:07:56: Nehmen wir Wahrhaftigkeit.

00:07:59: Wir könnten sagen Ich sage immer die Wahrheit.

00:08:03: Das klingt zunächst hervorragend.

00:08:06: Aber stellen wir uns jemandem vor Da im anderen Menschen jede verletzende Meinung ungefiltert ins Gesicht sagt und anschließend erklärt, ich bin ihm ehrlich.

00:08:20: Ist das Verhaftigkeit oder vielleicht Rücksichtslosigkeit die sich als Ehrlichkeit verkleidet?

00:08:29: Wahrhaftigkeit braucht deshalb Mitgefühl und Weisheit.

00:08:35: Aber Vorsicht!

00:08:37: Das bedeutet nicht dass wir aus Rücksicht unehrlich werden sollen.

00:08:42: Die Herausforderung lautet vielmehr, wie kann ich verhaftig sein ohne den anderen unnötig zu verletzen?

00:08:52: Plötzlich erkennen wir, geistige Eigenschaften sind keine einfachen Regeln.

00:08:58: Sie verlangen Urteilskraft!

00:09:01: Auch Geduld ist nicht ganzlos positiv.

00:09:04: Stellen wir uns einen Menschen vor der ständig Ungerechtigkeit erlebt und sich sagt Ich muss eben geduldig sein, deshalb tut er nichts.

00:09:17: Aber vielleicht wäre gerade jetzt Handeln notwendig?

00:09:21: Dann wird Geduld zum Passiven hinnehmen.

00:09:25: Geduld braucht deshalb Verantwortung und manchmal auch Mut.

00:09:32: Vielleicht bedeutet wirkliche Geduld gar nicht ich tue nix sondern ich handle überlegt und lasse mich nicht von meinen ersten Impuls beherrschen.

00:09:45: Das ist etwas völlig

00:09:46: anderes.".

00:09:48: Eine Eigenschaft möchte ich in dieser Podcast-Reihe besonders hervorheben.

00:09:54: Demut.

00:09:56: Der Begriff klingt für manche Menschen altmodisch, vielleicht sogar auch Unterwerfung – aber das meine ich nicht!

00:10:06: Demut bedeutet Nicht Ich bin weniger wert als andere Vielleicht bedeutet sie viel mehr, ich erkenne meine eigenen Grenzen.

00:10:17: Das fasst unmittelbar zu unserem Gedanken aus.

00:10:21: Folge drei.

00:10:23: Ein wissender Mensch sollte sagen können das weiß ich aber ebenso dass weiß ich nicht und vielleicht sogar Ich könnte mich ehren je mehr wir lernen desto deutlicher können wir erkennen Wie groß das Gebiet dessen ist, dass wir nicht wissen.

00:10:45: Deshalb könnte Demut gerade für ein hochgebildeten Menschen eine entscheidende Eigenschaft sein – Nicht als Gegensatz zum Wissen, sondern als dessen Begleiter!

00:11:00: Wissen ohne Demut kann Überheblichkeit erzeugen.

00:11:05: Doch Demut ohne Wissen genügt ebenfalls nicht.

00:11:10: Wieder erkennen wir Eigenschaften und Fähigkeiten benötigen einander.

00:11:17: Auch Gerechtigkeit verdient einen genaueren Blick, Gerechtigkeit bedeutet nicht zwangsläufig – alle bekommen dasselbe.

00:11:27: Stellen wir uns drei Kinder vor die dieselbe Aufgabe erhalten.

00:11:33: das erste versteht sie sofort.

00:11:36: Das zweite braucht eine zusätzliche Erklärung.

00:11:40: Das Dritte benötigt vielleicht einen ganz anderen Zugang.

00:11:45: Wäre es gerecht, allen exakt dieselbe Hilfe zu geben?

00:11:51: oder bedeutet Gerechtigkeit manchmal gerade unterschiede wahrzunehmen?

00:11:58: Diese Frage kennen wir auch aus der Schule.

00:12:02: Gleichbehandlung und Gerechtigkeiten sind nicht immer identisch.

00:12:07: Gerechtigkeit verlangt deshalb etwas sehr Schwieriges Genaues hinschauen.

00:12:15: Was braucht dieser Mensch in diese Situation?

00:12:21: Was wäre angemessen und kann es sein, dass mein eigenes Interesse meinen Urteil beeinflusst?

00:12:30: auch hier reicht eine Definition von Gerechtigkeit nicht.

00:12:35: wir brauchen Urteilskraft.

00:12:38: vielleicht nimmt Verantwortung unter den geistigen Eigenschaften eine besondere Stellung ein.

00:12:46: Denn Verantwortung fragt, was mache ich mit dem, was sich weiß und kann?

00:12:53: Wir haben im Folge fünf über Kreativität gesprochen.

00:12:59: Ein Mensch entwickelt eine neue Technologie.

00:13:04: Dann stellt Verantwortung die Frage nach ihren Folgen.

00:13:08: Ein Wissenschaftler macht eine Entdeckung!

00:13:12: Nun entsteht die Frage, wie dieses Wissen eingesetzt wird.

00:13:17: Ein Lehrer besitzt durch Bewertungen eine gewisse Macht – Wie geht er damit um?

00:13:26: Oder ein Mensch erkennt ganz einfach – Jemand braucht meine Hilfe!

00:13:32: Was bedeutet diese Erkenntnis jetzt für mich?

00:13:36: Vielleicht verbindet Verantwortung Erkenntnismitthandlung Denn wenn ich etwas erkannt habe, kann ich nicht immer so tun als hätte ich etwas nicht gesehen.

00:13:50: Interessanterweise können wir viele geistige Eigenschaften gar nicht allein entwickeln.

00:13:58: Gerechtigkeit und Mitgefühl setzen andere Menschen voraus.

00:14:02: Zuverlässigkeit zeigt sich erst darin ob sich jemand auf uns verlassen kann.

00:14:09: Vergebung wird dort bedeutsam wo eine Verletzung stattgefunden hat und Zusammenarbeit braucht ohnehin Gemeinschaft.

00:14:22: Selbst unsere Geduld wird häufig erst dann wirklich herausgefordert, wenn andere Menschen nicht zu handeln wie wir es gerne hätten.

00:14:33: Das bedeutet Beziehungen sind Übungsräume unseres Charakters.

00:14:41: Damit kehren wir zu einem Gedanken zurück der sich durch viele unserer bisherigen Podcasts zieht.

00:14:49: Der Mensch entwickelt sich in Beziehung, vielleicht ist Gemeinschaft deshalb nicht nur etwas das wir brauchen um uns wohl zu fühlen.

00:15:01: Sie ist ein Ort unserer Entwicklung.

00:15:05: und wieder kommen wir zur Kindheit zurück.

00:15:09: Wie lernt eine Kindwerftigkeit?

00:15:13: Natürlich können wir ihm sagen du darfst nicht lügen Aber was erlebt es?

00:15:19: Hört es vielleicht, wie Erwachsene selbst kleine Unwahrheit benutzen, sobald diese bequem sind.

00:15:27: und wie lernt ein Kind Respekt durch eine Definition oder dadurch das es respektvoll behandelt wird.

00:15:37: Wie lernt es einen Fehler zuzugeben – vielleicht dadurch dass ein Vater oder Mutter sagen kann?

00:15:45: Da habe ich mich geehrt, es tut mir leid!

00:15:49: Was für eine starke pädagogische Handlung das sein kann.

00:15:53: Der Erwachsene verliert dadurch nicht seine Autorität, er zeigt dem Kind etwas viel Wertvolleres.

00:16:02: ein Mensch darf einen Fehler machen und Verantwortung dafür übernehmen.

00:16:07: Damit sind wir wieder beim Grundgedanken aus Folge eins Kinder lernen durch Nachahmung.

00:16:15: Das gilt nicht nur für Sprache- und alltäglichen Handlungen Das gilt auch für Eigenschaften.

00:16:22: Nun wird es für unsere Bildungsfrage interessant!

00:16:26: Kann Schule geistige Eigenschaftens fördern?

00:16:30: Ich glaube ja, aber nicht hauptsächlich durch ein neues Schulfach.

00:16:36: Stellen wir uns vor, wir führten das Fachwerte ein – am Montag wären Wahrhaftigkeit an der Reihe, am Dienstag Gerechtigkeit und am Mittwoch Mitgefühl.

00:16:50: An Donnerstag schreiben wir darüber eine Klassenarbeit.

00:16:53: Und am Freitag bekommt ein Schüler eine Eins im

00:16:57: Mitgefühl.".

00:16:59: Wir merken natürlich sofort, so funktioniert es nicht!

00:17:04: Geistige Eigenschaften müssen in der Struktur des Schulalltags erfahren werden.

00:17:11: Wenn wir Verantwortung fördern wollen, müssen Schüler Verantwortung bekommen.

00:17:17: Zusammenarbeit kann nur entstehen wenn Kinder tatsächlich miteinander arbeiten dürfen.

00:17:24: Respekt wird glaubwürdig, wenn sie selbstretwicktvoll behandelt werden und selbstständiges Denken braucht Räume in denen eigene Gedanken wirklich erlaubt sind.

00:17:38: auch Gerechtigkeit kann man nicht nur erklären.

00:17:43: das schulische Zusammenleben muss möglichst gerecht erlebt werden.

00:17:49: Werte werden nicht nur gelehrt, sie werden gelebt.

00:17:55: Dabei möchte ich ein mögliches Missverständnis vermeiden.

00:17:59: Wenn wir über geistige Eigenschaften sprechen bedeutet das Nicht dass Wissen weniger wichtig wäre.

00:18:07: Wir brauchen hervorragend ausgebildete Ärzte Ingenieure Handwerker Lehrer Wissenschaftler und Pflegekräfte Mit funktioniertem Fachwissen.

00:18:22: Aber stellen wir uns einen hervorragenden, ausgebildeten Arzt ohne Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein vor?

00:18:30: Oder einen riehanten Wissenschaftler ohne Warftigkeit – was geschieht wenn ein Hochintelligent der Politiker kein Verantwortungsgefühl besitzt oder einem technisch hervorragenen Ingenieur die Folgen seiner Arbeit gleichgültig sind, dann erkennen wir Fachwissen und Charakter sind keine Gegensätze.

00:18:56: Im Gegenteil!

00:18:58: Je größer die Fähigkeit eines Menschen werden, desto größer kann auch seine Verantwortung werden.

00:19:05: Das Ziel kann deshalb nicht heißen Wissen oder Charakter – es muss heißen wissen und

00:19:12: Charakter.".

00:19:13: Vielleicht haben wir noch eine weitere falsche Vorstellung.

00:19:17: Wir sprechen von Erziehung häufig so, als sei sie irgendwann abgeschlossen.

00:19:23: Nach Kindheit und Jugend kommt Schule und Ausbildung – und dann ist der Mensch erwachsen, fertig!

00:19:33: Aber wer von uns es mit zwanzig oder dreißig Jahren wirklich fertig entwickelt?

00:19:40: Wer könnte ernsthaft behaupten Seine Geduld oder Gerechtigkeit sei vollkommen, er handle immer wahrhaftig und treffe ausschließlich verantwortungsvolle Entscheidungen.

00:19:54: Wahrscheinlich niemand!

00:19:56: Vielleicht gehört es gerade zu Menschen das diese Entwicklung niemals vollständig abgeschlossen ist?

00:20:04: Wir bleiben Lernende nicht nur beim Wissen auch beim Charakter.

00:20:12: Das ist ein hoffnungsvoller Gedanke, denn ein Fehler bedeutet dann nicht so bin ich eben sondern hier kann ich mich entwickeln.

00:20:25: Wie könnte solch eine Entwicklung aussehen?

00:20:29: Für gleich beginnt sie wieder mit Erkenntnis.

00:20:32: Ich bemerke in bestimmten Situationen werde ich schnell ungeduldig das es einer Kenntnis.

00:20:42: nun kann ich mir vornehmen beim nächsten Mal meine erste Reaktion nicht sofort auszusprechen.

00:20:50: Das ist eine Entscheidung, dann kommt die Situation – jetzt muss ich handeln!

00:20:57: Vielleicht gelingt es?

00:20:59: Vielleicht

00:20:59: nicht?!

00:21:01: Danach kann ich zurückblicken und mich fragen was eigentlich passiert?

00:21:08: Warum habe ich so reagiert?

00:21:11: Was könnte ich beim nächsten mal anders machen?

00:21:15: Und dann versuche ich es erneut.

00:21:18: So entsteht ein fortlaufender Prozess, in dem sich Erkenntnis, Entscheidung, Handlung und Reflexion miteinander verbinden – vielleicht entsteht Charakter genau in diesem Prozess?

00:21:37: Nun nähern wir uns langsam der großen Frage die dieser gesamte Podcast-Reihe ihren Namen gegeben hat!

00:21:47: von Wissen zur Weisheit.

00:21:49: Wir haben viel über Wissen gesprochen, aber was ist Weisheid?

00:21:54: Ist ein Mensch Weise weil er sehr viel weiß?

00:21:59: Das scheint uns inzwischen zu wenig!

00:22:02: Ist der Weise, weil er viel erlebt hat?

00:22:06: auch das allein genügt nicht.

00:22:10: Ist derweise, weil ihr gute Eigenschaften besitzt?

00:22:14: wir kommen schon etwas näher Aber vielleicht fehlt noch etwas.

00:22:20: Denn irgendwann muss ein Mensch auch fragen, wofür lebe ich eigentlich?

00:22:26: Wofür benutze ich mein Wissen und meine Fähigkeit?

00:22:31: Welche Verantwortung habe ich?

00:22:34: Und was gibt meinem Handeln eine

00:22:36: Richtung?".

00:22:37: Damit kommen wir zu einem Begriff, den wir bisher bewusst noch nicht in dem Mittelpunkt gestellt haben.

00:22:45: Vielleicht kann ein Mensch sehr viel wissen!

00:22:49: Er kann kreativ denken, große Fähigkeiten besitzen und mit Mut- und Disziplin handeln.

00:22:58: Aber noch immer bleibt die Frage – wozu?

00:23:02: Was gibt seinem Wissen eine Richtung?

00:23:05: Was geht seinem Handeln Bedeutung?

00:23:09: Warum übernimmt ein Mensch Verantwortung selbst wenn daraus kein persönlicher Vorteil entsteht?

00:23:18: Und was kriegt ihn, wenn äußere Sicherheit verloren geht?

00:23:24: Damit kommen wir in der nächsten Folge zu einem Menschen, der sich mit dieser Frage unter extremsten Bedingungen auseinandergesetzt hat.

00:23:35: Victor Frankel Seine Erfahrung und sein Denken führten ihm zur einer tiefen Überzeugung Der Mensch braucht nicht nur Wissen Er sucht Sinn.

00:23:50: Und selbst dort, wo ein Mensch die äußeren Umstände kaum noch verändern kann bleibt für Frankel eine entscheidende Frage.

00:23:59: Welche Haltung nehme ich zudem ein?

00:24:03: Was mir begegnet!

00:24:06: Damit öffnet sich für unsere Reihe eine neue Dimension.

00:24:12: Wir haben gefragt was der Mensch weiß und was er versteht.

00:24:18: Dann haben wir betrachtet wie aus Erkenntnis Handlung werden kann.

00:24:25: Nun fragen wir, wofür?

00:24:28: Darum geht es in der nächsten und letzten Folge vom Wissen zum Sinn Victor Frankel – Wissen Haltung und Verantwortung.

00:24:41: Denn vielleicht beginnt Weisheit dort wo ein Mensch nicht nur weiß was er tun kann sondern zunehmend erkennt wofür er Verantwortung übernehmen will.

00:24:55: Herzlichen Dank fürs Zuhören, bis zur nächsten und achten Folge Ihr Hanschach im Tildner.

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