5. Folge : Vom Wissen zur Weisheit

Shownotes

Kinder fragen:
Warum?
Sie probieren aus. Sie machen Fehler. Sie versuchen es noch einmal.
Doch was geschieht mit dieser ursprünglichen Neugier, wenn Lernen zunehmend bedeutet, die erwartete richtige Antwort zu geben?
Diese Folge handelt von Kreativität, eigenen Fragen und der Bedeutung von Fehlern. Kreativität ist dabei weit mehr als Kunst. Wissenschaftler, Handwerker, Ingenieure und Menschen in alltäglichen Konflikten brauchen sie, wenn bekannte Lösungen nicht mehr ausreichen.
Gerade für eine Zukunft, deren Probleme wir heute noch nicht kennen, brauchen junge Menschen mehr als gespeichertes Wissen:
Sie müssen lernen, selbst zu denken.
Doch am Ende entsteht eine weitere Frage: Ein Mensch kann intelligent und äußerst kreativ sein – aber wofür setzt er seine Fähigkeiten ein?
Leitfrage:
Brauchen wir Menschen mit den richtigen Antworten – oder Menschen, die auch neue Fragen stellen können?

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00:00:01: Willkommen zur Podcastreihe von Wissen zur Weiszeit mit der fünften Folge.

00:00:07: Kreativität entsteht dort, wo Denken erlaubt ist.

00:00:11: Wir erinnern uns einmal an unsere Schulzeit Eine Lehrerin oder ein Lehrer stellt eine Frage Einige Hände gehen nach oben – ein Schüler wird aufgerufen Er antwortet und dann kommt der Satz oder das Wort richtig oder leider falsch.

00:00:32: Wir alle kennen dieses Prinzip.

00:00:34: Und natürlich hat es einen Sinn!

00:00:36: Zwei plus zwei ergibt nur mal vier und nicht fünf, und Paris ist die Hauptstadt von Frankreich – und Wasser besteht aus Wasserstoff-und Sauerstoff.

00:00:48: Es gibt Wissen bei dem wir zwischen richtig und falsch unterscheiden müssen….

00:00:54: Aber was geschieht wenn wir dieses Prinzip irgendwann auf unser gesamtes Denken übertragen?

00:01:02: Wenn junge Menschen allmählich den Eindruck gewinnen, zu jeder Frage gibt es eine richtige Antwort und meine Aufgabe besteht darin herauszufinden welche Antwort der Lehrer hören möchte.

00:01:19: Dann könnte etwas verloren gehen, das wir dringend benötigen – der eigene Gedanke!

00:01:27: Und genau darum geht es heute um Kreativität und selbstständiges Denken, um Neugier und die Bedeutung von Fehlern.

00:01:38: Und vor allem um die Freiheit eine Frage stellen zu dürfen auf die vielleicht noch niemand eine fertige Antwort besitzt.

00:01:48: Wenn wir das Wort Kreativität hören, denken viele Menschen zunächst an Kunst – vielleicht an Malerei, Musik, an Literatur- und Theater oder an ein Kind dass ein Bild malt.

00:02:04: Aber Kreativität ist sehr viel mehr!

00:02:08: Stellen wir uns einen Handwerker vor, der vor einem Problem steht bei dem die übliche Lösung nicht funktioniert?

00:02:17: Er muss einen anderen Weg finden – das ist Kreativityt.

00:02:23: Eine Wissenschaftlerin beobachtet etwas, das nicht zu den bisherigen Erklärungen passt.

00:02:30: Sie beginnt Ihre bisherige Annahme zu hinterfragen und entwickelt eine neue Hypothese.

00:02:39: Auch das ist Kreativität.

00:02:41: oder ein Ingenieur sucht nach einer Möglichkeit, mit weniger Material dieselbe Stabilität zu erreichen.

00:02:51: Wieder entsteht etwas Neues weil ein Mensch nicht einfach beim bekannten stehen bleibt Und selbst in unserer Beziehung kann Kreativität eine Rolle spielen.

00:03:03: Zwei Menschen befinden sich in einem Konflikt, der eine hat eine Lösung, der andere ebenfalls und plötzlich stellen beide fest – vielleicht gibt es nicht nur meine Lösung oder deine Lösung?

00:03:19: Vielleicht können wir gemeinsam eine Dritte finden!

00:03:23: Auch das ist Kreatativität.

00:03:26: Kreativität bedeutet deshalb nicht einfach etwas Schönes zu erschaffen.

00:03:32: Kreatativität bedeutet, über das bereits bekannte hinausdenken zu können.

00:03:40: Gehen wir noch einmal zum neugierigen Kind zurück!

00:03:44: In der ersten Folge haben wir ein kleines Kind beobachtet.

00:03:48: Es wirft einen Gegenstand auf dem Boden Wir heben ihn auf – es wirft ihn wieder herunter Wir heben ihn erneut auf, und das ganze beginnt von vorn.

00:04:01: Warum?

00:04:03: Weil ein Kind experimentiert!

00:04:06: Natürlich weiß es noch nicht wie ein wissenschaftliches Experiment aufgebaut wird.

00:04:12: Es kennt weder Forschungsmethoden noch wissenschaftliche Begriffe Aber es tut bereit etwas Entscheidendes – es probiert aus Was geschieht wenn ich das mache?

00:04:26: Was geschieht, wenn ich es wiederhole?

00:04:30: Verändert sich etwas?

00:04:32: Vielleicht besitzt dieses Kind noch etwas das für kreatives Denken von unschätzbaren Wert ist.

00:04:40: Es hat keine Angst davor, dass seine Frage dumm sein könnte – es möchte wissen!

00:04:48: Die Kraft des Warum.

00:04:51: Dann beginnt irgendwann die Zeit der Fragen Warum ist der Himmel blau?

00:04:58: Warum regnet es?

00:05:00: Warum muss ich schlafen?

00:05:03: Warum kann ein Vogel fliegen?

00:05:04: Ich muss lachen, weil ich dieses Kette auch von meinen Kindern.

00:05:08: Und natürlich auch warum darf ich das nicht?

00:05:13: Manchmal scheint auf jede Antwort sofort das nächste Warum zu folgen!

00:05:19: Für Erwachsene kann diese Phase durchaus anstrengend sein.

00:05:25: Aber es sieht von großer Bedeutung, denn mit jedem Warum geschieht etwas?

00:05:32: Das Kind akzeptiert die Welt nicht einfach so wie sie erscheint.

00:05:38: Es sucht nach Zusammenhängen!

00:05:41: Vielleicht sollten wir deshalb eine interessante Frage stellen – was geschieht eigentlich mit diesem Warum im Laufe eines Bildungsweges?

00:05:52: Wärt es stärker?

00:05:55: differenzierter und führt es zu immer tieferen Fragen?

00:06:01: Oder wird es irgendwann ersetzt durch, was muss ich dafür lernen?

00:06:05: – und später vielleicht sogar kommt das bei der Prüfung dran.

00:06:12: Genau hier berühren sich Kreativität und Bildung.

00:06:17: Wir investieren in der Schule verständlicherweise viel Zeit darin, Kindern richtige Antworten

00:06:24: beizubringen.".

00:06:25: Aber vielleicht investieren wir zu wenig Zeit darin, ihn zu helfen gute Fragen zu entwickeln.

00:06:34: Dabei beginnt fast jede bedeutende Erkenntnis mit einer Frage.

00:06:39: Warum geschieht etwas?

00:06:41: Muss das wirklich so sein?

00:06:43: Was würde passieren wenn wir es anders versuchen?

00:06:47: Gibt es vielleicht noch eine andere Erklärung?

00:06:51: und was haben wir bisher möglicherweise

00:06:53: übersehen?".

00:06:55: Eine gute Frage öffnet ein Raum.

00:06:59: Eine fertige Antwort verschließt ihn zunächst!

00:07:03: Wir brauchen beides, wir brauchen gesichertes Wissen und verlässliche Antworten.

00:07:10: Aber eine Bildung die fast ausschließlich Antworten vermittelt läuft Gefahr Menschen hervorzubringend der vorragend auf bekannte Fragen reagieren können und plötzlich unsicher werden sobald ihn ein Problem begegnet, für das noch keine fertige Antwort existiert.

00:07:33: Und genau solche Probleme werden die kommenden Generation lösen müssen!

00:07:38: Wir kennen die Fragen der Zukunft noch nicht – vielleicht ist es eine der größten Herausforderungen von Bildung überhaupt?

00:07:48: Wir bilden heute junge Menschen für eine Zukunft aus, die wir selbst nicht

00:07:53: kennen.".

00:07:54: Technologien und Berufe verändern sich.

00:07:58: Unsere Art zu kommunizieren verändert sich, künstliche Intelligenz verändert sich bereits heute – wie wir Informationen suchen, verarbeiten und erzeugen.

00:08:10: Gleichzeitig stehen wir vor großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen.

00:08:17: Wir können jungen Menschen deshalb unmöglich sämtliche Antworten für zukünftiges Leben

00:08:23: mitgeben.".

00:08:24: Viele dieser Antworten existieren heute noch gar nicht.

00:08:29: Was können wir Ihnen dann geben?

00:08:32: Vielleicht etwas viel Grundsätzlicheres, die Fähigkeit selbst zu denken!

00:08:39: Sie müssen lernen Probleme überhaupt wahrzunehmen und Fragen zu stellen.

00:08:44: Sie brauchen die Fehigkeit, Informationen zu prüfen, Zusammenhänge herzustellen und gemeinsam mit anderen nach Lösung zu

00:08:54: suchen.".

00:08:56: und sie werden immer wieder neue Wege entwickeln müssen, wenn die Alten nicht mehr ausreichen.

00:09:03: Damit bekommt Kreativität plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

00:09:09: Sie ist keine nette Zugabe zur Bildung – sie wird zu einer Voraussetzung dafür mit einer unbekannten Zukunft umgehen zu können.

00:09:20: Aber kreatives Denken braucht Freiheit!

00:09:24: Damit kommen wir zu einem schwierigen Begriff Freiheit.

00:09:29: In der Folge vier haben wir beim Deltenkonzept bereits gesehen, dass Freiheit nicht bedeutet jeder macht was er will.

00:09:39: Freiheit braucht einen Rahmen und sie braucht Verantwortung.

00:09:45: aber ohne ein gewissen Freiraum kann kaum etwas Neues entstehen.

00:09:51: wenn bei einer Aufgabe bereits jeder einzelne Schritt vorgegeben ist, wenn sowohl das Ergebnis als auch der Lösungswurich feststehen und am Ende lediglich geprüft wird ob genau dieser vorgegebene Weg eingehalten wurde.

00:10:11: Dann kann ein Schüler durchaus etwas lernen Anweisungen sehr gut auszuführen.

00:10:18: Ich wiederhole Anweisung sehr gut Auszuführen.

00:10:23: Das kann in bestimmten Situationen wichtig sein.

00:10:27: Aber es ist noch kein kreatives Denken.

00:10:31: Kreativität beginnt häufig mit einem kleinen Satz, was wäre wenn?

00:10:39: Was wäre, wenn ich einen anderen Weg versuche?

00:10:43: Was wär'e, wenn unsere bisherige Annahme falsch isst?

00:10:53: Dafür braucht ein Mensch einen Raum, in dem er denken darf.

00:10:58: Und dann geschieht etwas Unvermeidliches – wir machen Fehler!

00:11:04: Wer etwas Neues ausprobiert weiß vorher nicht sicher ob es funktioniert.

00:11:09: Deshalb gehört zum kreativen Denken etwas das wir häufig völlig vermeiden möchten.

00:11:18: Der Fehler In einem klassischen Prüfungs- System ist ein Fehler zunächst etwas Negatives.

00:11:26: Für eine falsche Antwortung gibt es keinen Punkt, vielleicht erscheint ein Roderstrich und bei mehreren Fehlern wird die Note schlechter.

00:11:39: Das ist nachvollziehbar!

00:11:41: Die Prüfung muss schließlich feststellen können was jemand beherrscht und was noch nicht.

00:11:48: Problematisch wird es erst Wenn ein Kitt daraus eine viel allgemeinere Botschaft vernimmt, Fehler sind schlecht.

00:11:59: Denn dann kann eine durchaus vernünftige Strategie entstehen.

00:12:04: Mach lieber nichts bei dem du dich ernten könntest!

00:12:08: Und genau das ist das Gegenteil vom kreativen Denken.

00:12:14: Vielleicht sollten wir einen Fehler deshalb noch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten?

00:12:21: Nicht sofort du hast versagt, sondern zu lesen.

00:12:26: Interessant?

00:12:27: Warum hat das nicht funktioniert?

00:12:30: Denn ein Fehler enthält eine Information!

00:12:34: Dieser Weg hat unter diesen Bedingungen nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.

00:12:40: Nun können wir weiter hinterfragen.

00:12:43: Warum nicht?

00:12:45: Was habe ich vielleicht übersehen?

00:12:47: Welche meiner Annahmen war

00:12:49: falsch?".

00:12:51: Und was müsste ich beim nächsten Versuch verändern?

00:12:55: Das bedeutet natürlich nicht, Fehler schönzureden.

00:12:59: Wenn eine Brücke falsch berechnet wurde, genügt es nicht zu sagen – Fehler sind eine Lernchance!

00:13:07: Die Brücke muss sicher sein und es bedeutet auch nicht dass wir denselben Fehler endlos wiederholen sollten.

00:13:16: Ein Fehler wird es dann pädagogisch wertvoll Wenn wir ihn untersuchen.

00:13:22: Der Fehler allein lernt uns noch nichts.

00:13:26: Erst das Nachdenken über ihn kann Ergebnisse ervorbringen.

00:13:31: Hier begegnen wir wieder ein Gedanken aus der Folge vier Freiheit und Verantwortung gehören zusammen.

00:13:39: Ein Schüler braucht die Freiheit, einen eigenen Lösungsfähig auszuprobieren Aber dazu gehört auch Das Ergebnis anschließend zu prüfen, hat mein Weg funktioniert?

00:13:53: Warum hat er funktioniert und warum nicht?

00:13:57: Welche Folgen hat meine Entscheidung.

00:14:00: Und was würde ich beim nächsten Mal anders

00:14:03: machen?".

00:14:04: Damit verändert sich die Bedeutung des Fehlers.

00:14:08: Er ist wieder eine Katastrophe noch etwas Gleichgütiges!

00:14:13: Er wirbt Teil eines Lernprozesses... und vielleicht entsteht dadurch allmählich eine wichtige geistige Eigenschaft, der Mut einen eigenen Gedanken zu wahren.

00:14:28: Stellen wir uns mal ein Schüler vor, der eine ungewöhnliche Idee hat – er ist sich aber nicht sicher!

00:14:37: Vielleicht ist sie falsch?

00:14:40: Vielleicht lachen die anderen?

00:14:42: Vielleicht reagiert der Lehrer ablehnend?

00:14:46: Was macht er?

00:14:48: Er

00:14:48: schweigt.".

00:14:50: Und nun stellen wir uns dieselbe Situation in einer anderen Umgebung vor.

00:14:56: Der Schüler äußert sein Gedanken und jemand sagt, interessante Idee!

00:15:04: Erklär'n's einmal wie du darauf gekommen bist?

00:15:08: Vielleicht stellt sich anschließend heraus die Antwort war tatsächlich falsch.

00:15:15: Aber der Gedankengang war interessant... Möglicherweise führt gerade dieser Gedankengang zu einer neuen Frage oder ein anderer Schüler greift ein Teil der Idee auf und denkt weiter.

00:15:30: Plötzlich entsteht ein Gespräch, genau hier wird Schule so mehr als zu einem Ort der Wissensübertragung – sie wert zu einem Denkraum!

00:15:42: Und damit kehren wir zum Thema zurück das uns schon lange

00:15:46: begleitet.".

00:15:47: Beziehung Ein Mensch denkt freier, wenn er sich sicher fühlt.

00:15:53: Wenn eine ungewöhnliche Frage nicht sofort lächerlich gemacht wird und ein Fehler nicht dazu führt als menschabgewertet zu werden!

00:16:04: Wenn Widerspruch erlaubt ist – Und wenn vielleicht sogar ein Lehrer einmal sagen kann Das weiß ich auch nicht Lass es uns herausfinden Was für einen Bemerkenswetter-Satz Das sein kann.

00:16:19: Der Lehrer verliert dadurch nicht seine Autorität, vielleicht gewinnt er sogar eine andere Form von Autoritet.

00:16:28: Denn er zeigt Wissen bedeutet Nicht auf alles eine fertige Antwort haben zu müssen.

00:16:36: Wissen also auch gemeinsam nach einer Antwort suchen zu können?

00:16:42: Damit sind wir wieder sehr nah an unserem Ausgangspunkt!

00:16:48: oder Belehrern.

00:16:52: Selbstständig denken heißt nicht, alles akzeptieren.

00:16:56: Hier ist allerdings eine wichtige Unterscheidung notwendig.

00:17:01: Kritisches und kreatives Denken bedeutet nicht grundsätzlich gegen Alles zu sein – Und es bedeutet auch Nicht!

00:17:09: Meine Meinung ist genauso richtig wie jede andere.

00:17:15: Selbständiges Denken braucht Wissen Es braucht Fakten und gute Argumente, und vor allen braucht es die Bereitschaft auch die eigene Meinung immer wieder zu überprüfen.

00:17:29: Ein wirklich selbstständig denkender Mensch braucht deshalb vielleicht ein doppelten Mut!

00:17:37: Er sollte eine Mehrheit widersprechen können wenn gute Gründe dafür sprechen aber er muss ebenso bereit sein die eigene Überzeugung zu verändern Wenn er erkennt, dass die besseren Argumente auf der anderen Seite liegen.

00:17:57: Das ist anspruchvoll und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Bildungsaufgaben überhaupt!

00:18:06: Wir denken beim kreativen Menschen häufig an das einzelne Genie – an einen Menschen, der allein in einem Zimmer sitzt und plötzlich die große Idee hat….

00:18:19: Aber viele neue Gedanken entstehen ganz anders im Austausch mit Menschen.

00:18:27: Einer bringt ein Gedankeilen, ein anderer widerspricht und zwinkt uns dadurch genauer hinzusehen.

00:18:35: Ein Dritter entdeckt eine Verbindung zwischen zwei Ideen die vorher niemand gesehen hat.

00:18:43: Und manchmal stellt jemand nur eine einzige Frage Aber genau diese Frage verändert die Richtung des gesamten Gesprächs.

00:18:52: Damit bekommt auch die Zusammenarbeit aus Folge Vier eine neue Bedeutung.

00:19:00: Andere Menschen sind nicht nur Konkurrenten, sie können mein Denken erweitern!

00:19:06: Ein anderer Mensch sieht möglicherweise etwas was ich nicht sehe – Er hat andere Erfahrungen und Fähigkeiten und vielleicht ganz andere Fragen.

00:19:19: Kreativität kann deshalb auch ein gemeinschaftlicher Prozess sein.

00:19:26: Nun können wir die bisherigen Folgen miteinander verbinden.

00:19:31: Wir brauchen Wissen, denn ohne Wissen fehlt uns Material zum Denken!

00:19:37: Wir brauchen Verständnis damit wir Zusammenhänge erkennen.

00:19:42: Wir brauchen Erfahrung weil sie unser Wissen mit der Wirklichkeit verbindet.

00:19:48: Aber irgendwann kommt noch etwas hinzu.

00:19:52: Die Fähigkeit, das vorhandene neu miteinander zu verbinden – vielleicht ist genau das ein wichtiger wesentlicher Teil von Kreativität?

00:20:06: Wir erschaffen nicht unbedingt etwas aus dem Nichts!

00:20:10: Wir sehen Bekanntes anders….

00:20:14: wir entdecken eine Verbindung die uns bisher entgangen Wir stellen eine alte Frage neu oder wir finden einen Lösungsweg, den vorher noch niemand ausprobiert hat.

00:20:30: Und nun kommen wir zu einem Punkt der für unsere gesamte Reihe entscheidend ist.

00:20:37: Stellen wir uns einen hochintelligenten und äußerst kreativen Menschen vor?

00:20:43: Er kann komplizierte Probleme lösen, neue Technologien entwickeln und Wege entdecken, auf die andere noch nicht gekommen sind.

00:20:54: Ist das automatisch gut?

00:20:56: Nein!

00:20:58: Denn Kreativität beantwortet noch nicht die Frage – wofür setze ich meine Fähigkeit ein?

00:21:06: Ein Mensch kann sein Intelligenz nutzen um anderen zu helfen.

00:21:12: Er kann dieselbe Intelligenze aber auch einsetzen um andere zu manipulieren.

00:21:20: Technisches Wissen kann dazu beitragen, Krankheiten zu behandeln und menschliches Leben zu verbessern.

00:21:29: Es kann aber ebenso dazudien immer wirksamere Waffen zu entwickeln.

00:21:36: Psychologisches Wissens kann Menschen helfen sich selbst und andere besser zu verstehen doch das selbe Wissen können dazu genutzt werden Menschen gezielt zu beeinflussen.

00:21:50: Damit stoßen wir erneut auf eine Grenze.

00:21:54: Wissen sagt noch nicht, wofür wir wissen einsetzen und Kreativität sagt uns noch nicht welches Ziel sie dienen soll.

00:22:06: Vielleicht haben wir deshalb bisher eine Frage zu wenig gestellt.

00:22:12: Wir haben uns gefragt was weiß ich?

00:22:15: Was habe ich verstanden Und was kann ich aus dem, was ich weiß und verstanden habe, neues entwickeln?

00:22:25: Jetzt müssen wir eine weitere Frage hinzufügen.

00:22:29: Wozu?

00:22:31: Wozu benutze ich mein Wissen und meine Kreativität?

00:22:36: Wehm dienen meine Fähigkeiten?

00:22:40: Dienen sie ausschließlich mir oder haben Sie vielleicht auch eine Bedeutung für andere Menschen – für eine Gemeinschaft!

00:22:50: Für unsere Gesellschaft und möglicherweise sogar für Generationen, die nach uns kommen.

00:22:57: Spätestens bei diesem Punkt können wir Bildung nicht mehr von Verantwortung trennen.

00:23:05: Denn ein Mensch kann hervorragend ausgebildet, intelligent und kreativ sein – und trotzdem Entscheidungen treffen, die anderen Menschen schaden!

00:23:16: Vielleicht reicht deshalb die Frage Was kann dieser Mensch am Ende nicht aus?

00:23:24: Wir müssen irgendwann auffragen, was macht dieser Mensch mit dem, was er kann.

00:23:30: Unser Samenkorn wächst weiter.

00:23:33: Erinnern wir uns noch einmal an unser Samenkhorn.

00:23:37: In Folge eins haben wir Wissen erworben.

00:23:41: Infolge zwei haben wir gefragt ob es genügt dieses Wissen einfach zu besitzen.

00:23:49: In Folge drei wurde aus Wissen einer melde Verstehen und Erkenntnis.

00:23:57: In Folge vier haben wir darüber nachgedacht, welche Lernumgebung Menschen dabei unterstützen kann, Wissen selbstständig zu erwerben und gleichzeitig Verantwortung und Zusammenarbeit zu entwickeln.

00:24:14: Heute haben wir gesehen unser Samenskorn braucht Raum zum wachsen!

00:24:21: Es braucht Neugier, Freiheit, Erfahrung und Austausch.

00:24:27: Es braucht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Fehler untersuchen zu dürfen – und es braucht den Mut einen eigenen Gedampen zu entwickeln!

00:24:38: Aber selbst wenn aus diesem Samenkorn eine kräftige Pflanze geworden ist bleibt eine entscheidende Frage, welche Früchte trägt es?

00:24:50: Denn Bildung zeigt sich vielleicht nicht allein darin, was ein Mensch weiß.

00:24:57: Auch Intelligenz allein genügt nicht und selbst die Fähigkeit außergewöhnlich kreativ zu denken beantwortet noch nicht die entscheidende Frage – irgendwann kommt es darauf an!

00:25:13: Was macht einen Mensch mit all diesen Fähigkeiten?

00:25:17: Und genau damit öffnet sich die Tür zur nächsten Folge, Folge sechs.

00:25:24: Wissen in Handlung verwandeln Denn wahrscheinlich kennen wir alle eine merkwürdige Erfahrung.

00:25:31: Wir wissen was richtig ist!

00:25:34: Wir haben es verstanden Vielleicht haben wir es sogar als richtig erkannt und trotzdem handeln wir manchmal anders.

00:25:44: Warum?

00:25:46: Was geschieht auf dem Weg zwischen ich weiß es und ich tue es?

00:25:54: Vielleicht kommen wir genau dort in Eigenschaften näher, die aus einem wissenden Menschen zunehmend einen verantwortlich handelnden Menschen machen.

00:26:07: Und vielleicht kommen wir damit unserem großen Ziel einen weiteren Schritt näher – den Weg vom Wissen zur Weisheit!

00:26:16: Herzlichen Dank, dass Sie dabei waren.

00:26:19: Würde mich freuen wenn sie auch bei der nächsten Folge wieder dabei sind!

00:26:24: Bis zum nächsten Mal, Ihr Hans-Jahre im Kilkner.

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