People´s Theater Folge 1
Shownotes
Ein Podcast für alle, die Bildung nicht nur als Wissensvermittlung verstehen, sondern als Entwicklung des Menschen, hin zu mehr Erkenntnis, Verantwortung und Menschlichkeit.
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.
00:00:06: Heute geht es um ein Projekt das seit mehr als zwanzig Jahren zeigt, dass Erziehung weit mehr sein kann als Wissensvermittlung.
00:00:15: Ein Projekt das Jugendliche nicht belehrt sondern beteiligt.
00:00:21: Ein Projekt das Konflikte nicht erklärt sondern erleben lässt.
00:00:31: sondern Befehl.
00:00:33: Es geht um Pippel Zierter aus Offenbach.
00:00:37: Jede große Idee beginnt mit einer persönlichen Erfahrung, bei Pippels Ziertern war dies die Schulzeit seines Gründers Erfahren in der Yati – er beobachtete etwas das viele Menschen kennen In der Schule lernen Kinder Mathematik Sprachen Naturwissenschaft Geschichte.
00:01:01: Doch eine entscheidende Frage bleibt oft unbeantwortet.
00:01:06: Wie lernt man eigentlich Mensch zu sein?
00:01:10: Wie geht man mit Wut um, mit Mopping, Angst, Ausgrenzung, Streit oder Einsamkeit?
00:01:17: und wie geht man um mit Vorurteilen?
00:01:21: Für all diese Fragen gab es im Schulunterricht kaum Raum.
00:01:25: Gerade dort aber entstehen viele Konflikte – nicht weil Kinder böse sind!
00:01:31: sondern weil sie häufig nie gelernt haben, Gefühle wahrzunehmen, Konflikte anzusprechen und Lösungen gemeinsam zu entwickeln.
00:01:42: Aus dieser Erkenntnis entstand es in Offenbach des Pipels hier dar.
00:01:48: Die Initiative wurde von Erfan Inajati gemeinsam mit Partnern aus Schule- und Stadtverwaltung gegründet.
00:01:58: Bereits die ersten Projekte zeigten wie stark Kinder und Jugendliche auf diese interaktive Methode reagierten.
00:02:08: Zwei-tausend zwei begann die erste Vollzeitphase mit einem eigenen Aktionteam, einer Geschäftsstelle in Offenbach.
00:02:19: Pippelzirter ist kein gewöhnliches Theater – es gibt keine Bühne, auf der Schauspieler auftreten, während Zuschauer schweigen zu sehen!
00:02:30: Hier wird das Publikum selbst Teil der Geschichte.
00:02:35: Das Ziel ist nicht Unterhaltung, sondern das Ziel des Erkenntnis.
00:02:39: Pippels Jeter möchte Menschen befähigen, Selbstverantwortungen für Konflikte zu übernehmen.
00:02:46: Nicht Lehrer lösen die Probleme – nicht Schauspieler und nicht Pädagogen, sondern die Jugendlichen selbst!
00:02:55: Diese Grundidee beruht auf einem Menschenbild dass davon ausgeht, was jeder Mensch Fähigkeiten besitzt, die entdeckt und entwickelt werden können.
00:03:08: Er fahre eine Yaddi-Beschreibinspiration für diese Arbeit mit einem Satz aus den Bereichschriften.
00:03:17: Betrachtet den Menschen als ein Bergwerk Reich an Edelstein von unschätzbaren Wert – nur die Erziehung kann bewirken, das es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus nutzen zu ziehen vermarkt.
00:03:34: Hier steht Erziehung nicht für Kontrolle, sondern für das Freilegen menschlicher Möglichkeiten.
00:03:44: Wie läuft es schon ab?
00:03:46: Der eigentliche Zauber liegt im Aufbau.
00:03:50: Die Schauspieler beginnen mit einer kurzen Alltagsszene.
00:03:55: Vielleicht geht es um Mocking Um Ausgrenzung Um Gewalt oder vielleicht um Grogendruck?
00:04:03: Oder um Vorurteile.
00:04:06: Die Szene endet meistens schlecht, der Konflikt eskaliert – nun geschieht etwas Ungewöhnliches.
00:04:17: Das Stück ist nicht vorbei!
00:04:19: Es beginnt erst.
00:04:21: Die Schauspieler wenden sich an die Zuschauer.
00:04:25: Jetzt wird diskutiert, warum die Situation entstanden ist... Was hätte man anders machen können?
00:04:34: Welche Gefühle hatten die Beteiligten, welche Werte fehlen?
00:04:40: Anschließend übernehmen Schülerinnen und Schüler selbst Rollen aus der Szene.
00:04:47: Und probieren ihre Lösungsvorschläge aus.
00:04:51: Gemeinsam entsteht dabei ein Gespräch über Werte- und Handlungsmöglichkeiten.
00:04:59: Die Methode verbindet Elemente des Forum Theaters von Augusto Oral, Theater pädagogische Ansätze sowie eine dialogorientierte Beratungskultur.
00:05:14: Die Themen orientieren sich an den Lebenswelten junger Menschen – zum Beispiel Freundschaft, Ehrlichkeit, Vertrauen, Respekt, Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Integration und Mut Verantwortung, Zivilcourage, Selbstwertgefühl und natürlich auch Cybermobbing.
00:05:40: Es geht niemals darum den Kindern zu sagen was richtig ist sondern darum gemeinsam herauszufinden warum bestimmte Lösungen besser funktionieren.
00:05:53: genau darin liegt der pädagogische Unterschied nicht Belehrung sondern Erfahrung.
00:06:01: Warum wirkt diese Methode?
00:06:04: Die moderne Hördforschung zeigt, dass Menschen besonders gut lernen wenn Gefühle beteiligt sind.
00:06:11: Nicht Fakten verändern verhalten Erlebnisse verändern Verhalten.
00:06:17: Pippelziäter verbinden Denken, Fühlen und Handeln.
00:06:23: Ein Schüler der selbst auf der Bühne erlebt wie verletzend Ausgrenzung wirkt Vergiss diese Erfahrung kaum.
00:06:33: Hier wird Empathie nicht erklärt, sie wird gelebt und das ist der große Unterschied.
00:06:40: Viele Lehrkräfte berichten dass nach den Aufführungen eine völlig andere Gesprächskultur entsteht.
00:06:50: Schüler sprechen offener Konflikte werden benannt auch stille Kinder beteiligen sich Lehrer enthalten Einblicke die im normalen Unterricht verworben bleiben, das Theater schafft einen geschützten Raum in dem Gefühle ausgesprochen werden dürfen.
00:07:11: Gerade dadurch entstehen nachhaltige Lernprozesse.
00:07:16: Bibelsjärter arbeiten heute nicht mehr an Schulen.
00:07:20: es gibt Projekte für Jugendgruppen, Jugenderestanstalten, Senioreneinrichtungen inklusive Schulen und generationsübergreifende Begegnungen.
00:07:34: Beispiele sind Freundschaft inklusiv, bei dem Schülerinnen und Schüler mit- und ohne Behinderung gemeinsam Theater entwickeln sowie Generationen wir das den Dialog zwischen Bewohnern Angehörigen und Pflegekräften in Seniorenzentrum fördert.
00:07:58: Außerdem finden regelmäßig Programme in einer Jugendarrestanstalt statt, um Resozialisierung und Perspektivwechsel zu unterstützen.
00:08:09: Die große Wirkung blieb nicht unbemerkt.
00:08:13: Pippels Theater gehört zu den am häufigsten ausgezeichneten theaterpädagogischen Projekten Deutschland.
00:08:23: Zu dem wichtigsten Ehrung gehören hessischer Sozialpreis, zwanzig-vierundzwanzig.
00:08:30: Hessischer Präventionspreis.
00:08:32: zwei tausend und zehn.
00:08:34: Bundeszieger des Wettbewerbs Starsozial, zweitausendundsechs Die Auszeichnung ausgewichter Ort im Land der Ideen unter der Schirmerschaft vom Bundespräsidenten Hörz Göhler, zweitausendneun des Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus.
00:09:24: Diese Ehrung zeigen, Peopleshetter ist kein kurzfristiges Projekt sondern ein dauerhaft anerkanntes Modell erfolgreicher Präventionsarbeit.
00:09:36: Vielleicht liegt hier eine der wichtigsten Botschaften für unser Bildungssystem?
00:09:42: Wir investieren unzählige Stunden in Mathematik, Physik, Chemie, Grammatik aber wie viele Stunden investieren wir Mitgefühl in Konfliktfähigkeit, in Zuhören oder Verantwortung?
00:09:59: und wie viele Stunden investieren wir in Versöhnung.
00:10:02: Pipelsjäder erinnert uns daran dass Bildung immer auch Persönlichkeitsentwicklung sein muss Denn Wissen allein macht kein gut Menschen.
00:10:13: Erst wenn Wissen mit Empathie, Verantwortung und Charakter verbunden wird entsteht Bildung im eigentlichen Sinn.
00:10:24: Pippitzjetter zeigt, dass Frieden nicht erst zwischen Staaten beginnt.
00:10:29: Frieden beginnt im Klassenzimmer auf dem Schulhof in der Familie, im Gespräch und im Zuhören – und vielleicht sogar in einem kleinen Theaterstück.
00:10:43: Denn manchmal verändert ein gespielter Konflikt das wirkliche Leben.
00:10:48: Vielleicht ist genau das die größte Leistung vom Pippelzirter.
00:10:53: Es lehrt uns, dass jeder Mensch Teil der Lösung werden kann – nicht morgen sondern heute!
00:11:02: Nicht irgendwann, sondern genau dort wo wir einander
00:11:06: begegnen.".
00:11:08: Das war's für heute?
00:11:10: Vielleicht hören Sie sich auch die zweite Folge von Pippels Zirter an unter dem Thema Warum Werte Nicht Gelehrt sondern erlebt werden müssen.
00:11:20: Bis dann, bis zum nächsten Mal!
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