Schule neu denken, Folge: Wem gehört das Kind ?

Shownotes

Die großen Verwechslungen.
Die unbequeme Frage an die Eltern.
Das Kind zwischen Elternhaus und Staat.
Die unbequeme Frage an die Politik.
Die unbequeme Frage an Lehrer.
Finnland, Dänemark und die Kultur des Vertrauens.
Julian und die Macht der Beziehung.
Die Schule der Zukunft.
Ein Gedanke, der provozieren darf.

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00:00:05: Willkommen zu einer neuen Folge von Schule neu denken Beziehung, Würde und Lernen.

00:00:13: Heute geht es um die Frage Die viele Menschen zunächst empört Eine Frage die Politiker nervös macht eine Frage die Lehrer herausfordert Und eine Frage, die Eltern oft nur hinter Vorgehaltene anstellen Wem gehört das Kind?

00:00:36: Natürlich lautet die spontane Antwort niemandem, und genau das ist der Punkt.

00:00:43: Kinder sind kein Eigentum!

00:00:46: Nicht das Eigentom der Eltern, nicht das Egentum des Schule und auch nicht das eigentum des Staates – und doch verhalten wir uns oft so als hätten Erwachsene ein Besitzrecht auf die Entwicklung von Kindern.

00:01:03: Eltern sagen, dass es mein Kind Der Staat sagt, wir haben einen Bildungsauftrag.

00:01:11: Die Schule sagt – Wir wissen was Kinder lernen müssen!

00:01:17: Aber wer fragt eigentlich das Kind?

00:01:20: Wer fragt nach seinen Bedürfnissen?

00:01:23: Nach seinen Talenten?

00:01:25: Nach sein Träumen und nach seinem Tempo?

00:01:30: Vielleicht ist die wichtigste Bildungsfrage des XXI.

00:01:34: Jahrhundert nicht….

00:01:36: Wie müssen Kinder lernen, sondern wie können wir Kinder helfen zu sich selbst zu werden?

00:01:46: Seit Jahrhunderten wird Bildung mit Formum verwechselt.

00:01:51: Kinder kommen auf die Welt und fast sofort beginnt die Gesellschaft zu planen.

00:01:58: Was sollen sie können?

00:02:00: was sollen Sie wissen?

00:02:03: welche Prüfungen sollen sie bestehen?

00:02:06: Welche Berufe sollen sie später ausüben?

00:02:10: Doch kaum fragt jemand, wer ist dieses Kind überhaupt?

00:02:16: Stellen wir uns ein Gärtner vor.

00:02:19: Er pflanzt eine Rose.

00:02:22: Nach einigen Wochen beschwert er sich, warum wächst daraus kein Apfelbaum?

00:02:29: Wir würden sagen, der Mann hat das Wesen der Rose nicht verstanden!

00:02:35: Bei Kindern machen wir erst oft ähnlich – wir vergleichen, bewerten normieren, sortieren und wundern uns dann warum so viele junge Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieren.

00:02:55: In modernen Demokratien gibt es zwei große Kräfte – die Familie und den Staat.

00:03:04: Beide beanstalten Verantwortung.

00:03:08: Die Eltern sagen wir kennen unsere Kinder am besten.

00:03:12: Der Staat sagt Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder Bildung erhalten.

00:03:20: Beides hat seine Berechtigung!

00:03:23: Doch sobald eine Seite glaubt, Lein zu wissen was richtig ist entsteht ein Problem Denn Kinder sind keine Projekte Keine politischen Programme Keine Rohstoffe für den Arbeitsmarkt.

00:03:42: Kinder sind Menschen.

00:03:45: Viele Politiker sprechen über Bildung, doch oft sprechen sie über Wirtschaft.

00:03:52: Über Fachkräfte.

00:03:54: Über Wettbewerbsfähigkeit.

00:03:57: Über internationale Rankings.

00:04:00: Über PISA-Studien.

00:04:03: Natürlich sind diese Themen wichtig – aber Kinder sind keine zukünftigen Wirtschaftsmaschinen!

00:04:11: Sie sind gegenwärtige Menschen... Vielleicht sollten wir Politiker gelegentlich fragen, geht es ihnen um die Entwicklung des Kindes oder den Bedarf des Systems?

00:04:26: Diese Frage ist unbequem aber notwendig.

00:04:29: Denn Bildung darf niemals ausschließlich der Wirtschaft dienen, sonst verlieren wir den Menschen aus dem Blick!

00:04:39: Auch Eltern sind nicht frei von Irktümern.

00:04:43: Viele Eltern lieben ihre Kinder aufrichtig und dennoch versuchen manche, aus ihren Kindern eine bestimmte Vision von Erfolg zu machen.

00:04:54: Der Sohn soll Arzt werden die Tochter soll studieren das Kind soll etwas erreichen.

00:05:02: doch was passiert wenn das Kind andere Talente hat?

00:05:06: Andere Träume andere Wege?

00:05:11: Liebe darf nicht bedeuten Du musst werden, was ich mir wünsche.

00:05:16: Liebe bedeutet Ich helfe dir zu werden wer du bist.

00:05:22: Das klingt einfach Ist aber eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt.

00:05:29: Und dann die unbequeme Frage an Lehrer.

00:05:33: Lehrer stehen oft zwischen allen Freunden.

00:05:37: Eltern fordern und die Politiker reformieren und Verwaltung kontrollieren und Kinder bringen ihre ganz eigenen Bedürfnisse mit.

00:05:49: Doch Lehrer sollten sich manchmal fragen, unterrichte ich ein Fach oder begleite ich einen Menschen?

00:05:58: Natürlich braucht es Mathematik, braucht Sprachen, Wissen!

00:06:04: Aber Bildung beginnt dort wo ein Kind spürt – Ich werde gesehen.

00:06:11: Die besten Lehrer ändern sich oft wenig an Lehrbürger.

00:06:16: Sie erinnern sich an Begegnungen, an Beziehung und an einzelne Kinder.

00:06:23: Ich denke an Finnland-Dänemark und die Kultur des Vertrauens.

00:06:28: Also schauen wir mal nach Nordeuropa Nach Dänemark, Finnland, Norwegen.

00:06:35: Diese Länder sind keineswegs perfekt Aber sie haben etwas verstanden.

00:06:41: Vertrauen ist produktiver als Misstrauen.

00:06:45: Dort fragt man häufiger, wie unterstützen wir Lehrer?

00:06:50: In Deutschland fragt sich, wie kontrollieren wir Lehrer.

00:06:55: Dort fragts man, wie fördern wir Kinder?

00:06:59: Hier fragts oft, wie bewerten wir

00:07:02: Kinder?!

00:07:03: Der Unterschied klingt klein – ist aber geweihtig!

00:07:08: Wer die Geschichte von Julian kennt erkennt etwas Grundsätzliches Julian entwickelte sich nicht deshalb, weil jemand einen perfekten Plan hatte.

00:07:22: Er entwickelde sich, weil Menschen ihn nicht aufgegeben haben, weil sie ihm begegnet sind, weil Sie hinter den Symptom den Menschen gesehen haben, Weil Beziehung wichtiger wurde als Methode.

00:07:40: und genau hier liegt vielleicht die größte Schwäche moderner Bildungssysteme Sie investieren enorme Energie in Programme, aber oft zu wenig in Beziehungen.

00:07:54: Dabei lernen Kinder nicht zuerst von Konzepten – sie lernen von Menschen!

00:08:01: Die Bahailleschriften sprechen davon, dass jeder Mensch ein Bergwerk voller Edelsteine ist.

00:08:18: Was fehlt diesem Kind, sondern welche Fähigkeiten schlummern in ihm?

00:08:24: Nicht wie bringen wir ihn auf Normen.

00:08:28: Sondern wie helfen wir ihm seine Möglichkeiten zu entfalten?

00:08:34: Wenn man Bildung sucht versteht verändert sich alles.

00:08:38: Dann wird Erziehung kein Anpassungsprozess mehr dann wird sie ein Entdeckungsprozesse.

00:08:47: Die Schule der Zukunft wird nicht daran gemessen werden, wie viele Prüfungen sie organisiert.

00:08:54: Sondern daran, wieviele Menschen sich stärkt!

00:08:59: Sie wird nicht darangemessen werden – wie gut Kinderregeln auswendig lernen, sondern daran, ob Kinderlernen Verantwortung zu übernehmen.

00:09:11: Sie wird nie daran gemessen werden ,wiegut sie sortiert, sonderdaran, wiegut die entwickelt.

00:09:19: Vielleicht brauchen wir weniger Angst vor Fehlern, weniger Vergleiche, weniger Konkurrenz und mehr Vertrauen, mehr Beziehung und mehr Menschlichkeit.

00:09:35: Vielleicht lautet die eigentliche Bildungsfrage gar nicht wen gehört das Kind sondern wer hat das Recht die Seele eines Kindes zu übergehen?

00:09:48: Kein Staat keine Schule Keine Ideologie, keine Religion.

00:09:55: Keine Partei und auch keine Eltern.

00:09:59: Kinder sind nicht unser Besitz.

00:10:02: Sie sind uns anvertraut.

00:10:04: Das ist etwas völlig anderes.

00:10:07: Besitz.

00:10:08: kann man Form verwalten benutzen.

00:10:12: Ein Anvertrauter Mensch verlangt Respekt.

00:10:16: Vielleicht beginnt die Erneuerung der Schule mit einem einzigen Satz Das Kind gehört nicht uns.

00:10:25: Nicht den Eltern, nicht den Lehrern, nicht dem Staat – es gehört seinem eigenen Leben!

00:10:34: Unsere Aufgabe besteht nicht darin dieses Leben zu kontrollieren.

00:10:40: Unser Aufgabe besteht darin ihm beim Wachsen zu helfen und vielleicht werden zukünftige Generationen einmal erstaunt zurückblicken und fragen Warum haben Erwachsene so lange geglaubt, Kinder müssten angepasst werden statt sich entfalten zu dürfen?

00:11:02: Bis dahin bleibt noch viel zu tun in den Schulen, in den Familien, in der Politik und in jedem von uns.

00:11:14: Vielen Dank für's Zuhören!

00:11:17: Wenn diese Gedanken Sie bewegt haben teilen sie diese Folge mit Menschen Die Verantwortung für Kindertragen, denn die Zukunft beginnt nicht in Ministerien.

00:11:30: Sie beginnt dort wo ein Kind spürt.

00:11:34: Ich werde gesehen ich werde verstanden und ich darf werden wer ich bin Bis zur nächsten Folge von Schule neu denken Beziehung Würde und Lernen.

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